Länger arbeiten – weniger Sozialleistungen | Jetzt red i | BR24

Wirtschaftlicher Aufschwung und nötige Reformen – mit diesen Versprechen sind Kanzler Friedrich Merz und seine Regierung angetreten. Doch die Realität nach etwas mehr als einem Jahr Schwarz-Rot sieht anders aus.

Wirtschaftsforscher befürchten, dass Deutschland gerade erneut in eine Rezession rutscht. Die Dauerkrise zeigt sich auch am Arbeitsmarkt: Seit 2019 sind mehr als 340.000 Industriejobs verlorengegangen. Viele Beschäftigte machen sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz, für junge Menschen ist der Einstieg in den Arbeitsmarkt derzeit so schwer wie seit Jahren nicht.

Dunkle Wolken am Arbeitsmarkt

Besonders hart trifft es die Automobilindustrie und deren Zulieferer. So will beispielsweise das Herzogenauracher Traditionsunternehmen Schaeffler bis nächstes Jahr in Deutschland rund 2.800 Arbeitsplätze abbauen. Die Krise betrifft nicht nur Großkonzerne, sondern auch bekannte Mittelständler: Ende des Monats schließt das Playmobil-Werk im mittelfränkischen Dietenhofen. Die Produktion wird ins günstigere Ausland verlagert, betroffen sind rund 350 Angestellte. Auch viele kleinere Unternehmen und Handwerksbetriebe klagen über zu teure Energie, zu hohe Abgaben und zu viel Bürokratie.

Müssen Reformen weht tun?

Die Bundesregierung will gegensteuern und versucht sich gemeinsam mit Gewerkschaften und Arbeitgebern zu verständigen. Neben der Gesundheits- und Pflegepolitik, soll vor allem die Rente reformiert werden. Schon bald sollen erste Ideen präsentiert werden – und die könnten für viele schmerzhafte Einschnitte mit sich bringen: Müssen wir in Zukunft für Gesundheit und Pflege deutlich mehr bezahlen? Können Steuern gesenkt werden? Müssen wir alle länger arbeiten?

Was braucht es, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln? Wie viel Sozialstaat können wir noch finanzieren? Müssen die Arbeitnehmer den Gürtel enger schnallen? Und welche Verantwortung haben die Unternehmer für den Standort Deutschland?

Über diese und andere Fragen diskutieren bei „jetzt red i“ Bürgerinnen und Bürger live in Herzogenaurach mit Ulrike Scharf (CSU), Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales und Holger Grießhammer, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion.

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