Zwischen Berlin-Mitte und Gesundbrunnen: Die Ackerstraße | Heimatjournal | Reportage
Die Straße verbindet die Ortsteile Mitte und Gesundbrunnen und war zu Mauerzeiten geteilt. Auf knapp zwei Kilometer Länge gibt es viel Abwechslung: Kirchen, eine historische Markthalle, Werkstätten für Studierende und eine Schule in historischen Industriebauten. Aber auch alte Friedhöfe, Hinterhofkultur sowie ein Tempel gehören zu dieser Straße.Sport, Currywurst und Cupcakes in Berlin-Pankow: https://youtu.be/Um5Tls_oG0k
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Die Straße zeigt, wie unterschiedlich Berlin auf kurzer Strecke sein kann. Im ehemaligen Ostteil stehen sanierte Gründerzeithäuser und im ehemaligen Westteil entstanden in den 1970er Jahren Neubauten.
Erinnerungsort am ehemaligen Grenzstreifen
Die Gedenkstätte Berliner Mauer ist der wichtigste erhaltene Originalort der Grenzanlagen. Das Museum erzählt die Historie und persönliche Geschichten aus der Zeit der Teilung. Hier verlief einer der am stärksten gesicherten Grenzabschnitte der DDR. Vom Aussichtsturm erkennt man noch heute den kompletten Aufbau der Berliner Mauer. Frank Sorges Geschichte kann man im Museum gegenüber nachlesen. Er ist mit seiner Mutter in den 1980er Jahren nach Kanada ausgereist.
Der Tempel als Ort der Stille
Er sieht aus wie ein modernes Kultur- oder Verwaltungszentrum. Zwischen Wohnblöcken und historischen Gewerbehöfen ist der buddhistische Fo-Guang-Shan-Tempel entstanden. Vor zwei Jahren wurde er eingeweiht. Es gibt unterschiedliche Meditationsgruppen. Man kann auch an Führungen teilnehmen. Der Tempel ist ein Ort der Begegnung. An Sonntagen laden die Nonnen zu einem gemeinsamen Mittagessen ein.
Kaffeeklatsch mit Schauspieler Walter Plathe
Der Schauspieler und Entertainer erlangte große Popularität als DDR-Fernsehliebling, wurde aber auch nach der Wende in der Bundesrepublik bekannt. Die Ackerstraße spielt in Walter Plathes Leben eine zentrale Rolle. Er wurde 1950 dort geboren und wuchs in einem Hinterhaus in der Ackerstraße 149 im damaligen Arbeiter- und Mietskasernenviertel auf.
Morgens in der Ackerhalle
Marktleiterin Susanne Klars ist schon früh in der historischen Markthalle unterwegs. Die gelernte Kauffrau macht ihren Job mit viel Herz. In die Halle aus dem Jahr 1888 kommen wöchentlich bis zu 35 000 Kundinnen. Das Team wurde mehrfach mit dem Branchenpreis "Supermarkt des Jahres" ausgezeichnet.
Kunst im alten AEG-Industriebau
Früher waren in den riesigen Hallen Maschinenbau, Elektrotechnik und Bahntechnik untergebracht. Es war das AEG-Stammwerk. Ab den 1960er Jahren zogen die Produktionen nach und nach aus. Heute arbeitet beispielsweise die TU Berlin mit dem Modellbau dort. Es entstehen Entwürfe für ganze Städte. Aber auch für die Bühne. Denn an der Technischen Universität werden Bühnenbildner ausgebildet.
Alternative Projekte in der Ackerstraße
Die Nummer 18 ist heute Künstlerhaus, Galerie, Töpferei und Antiquariat. Zu Wendezeiten war es ein heruntergekommenes Haus mit ungewisser Zukunft. Einige wollten sich damit nicht abfinden. Künstler, Handwerker und Enthusiasten machten aus einem Sanierungsfall ein Zukunftsprojekt. Das Haus gehört zu den ältesten der Ackerstraße. Die Remise im Hinterhof stammt noch aus den 1850er Jahren.
Eine unsanierte Fassade im gentrifizierten Ostberliner Straßenteil. Das Haus wurde 1989 besetzt. Bereits ein Jahr danach gab es Mietverträge. 2012 wurde das Haus durch eine Stiftung erworben und somit als Kulturprojekt erhalten. Das "Schokoladen" ist Musikklub, Kneipe, Theater, Kunstraum und Wohnhaus.
Kapitel:
00:00 Der erhaltene Originalort der Grenzanlagen an der Gedenkstätte Berliner Mauer
04:16 Der buddhistische Tempel Fo-Guang-Shan ist ein Ort der Begegnung
08:47 Junge Bühnenbild-Studierende in den alten AEG-Industriemauern
12:43 Viel Betrieb in der historischen Markthalle von 1888
16:39 Kaffeeklatsch mit dem Schauspieler Walter Plathe in der Ackerstraße
21:36 Das bunte Leben in den alternativen Hausprojekten in der Ackerstraße
Bild: rbb/Dagmar Lembke
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