Warum Die Linke wegen Antisemitismus in der Kritik steht
Die Wahlsiegerin von Berlin, die Linke Elif Eralp, stellt klar: Antisemitismus hat mit mir keine Chance. "Ich stehe für den Schutz jüdischen Lebens - genau wie für den Schutz jedes Lebens und gebe ein Schutzversprechen ab, dass die Menschen in unserer Stadt sich wieder sicher fühlen müssen", sagte sie nach ihrem Wahlerfolg. Und doch könnte das Projekt einer linken Regierenden Bürgermeisterin ausgerechnet an der eigenen Parteibasis scheitern. Oder genauer: An einem kleinen, aber lautstarken und auf Social Media sehr aktiven Teil, der sich immer wieder antisemitisch positioniert.Am Wochenende teilte ein Linken-Politiker einen Aufruf zur "Wahlintifada". Bei der Wahlparty der Linken in Neukölln wurde der Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak neben Ibrahim Ibrahim fotografiert, bekannt für israelfeindliche Ansichten und Chef einer pro-palästinensischen Organisation, die von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft ist. Das musste am Tag nach der Wahl die Bundesvorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, einordnen: "Ferat Koçak hat sich ja direkt distanziert, nicht nur von Ibrahim Ibrahim, sondern von allen gewaltverherrlichenden Aufrufen und Aussagen. Und wir als Partei nehmen das sehr ernst, Elif Eralp sowieso."
Antisemitismus, das ist eine Rote Linie, die nicht überschritten werden darf, trotz erlaubter Kritik an Israel und seiner Kriegsführung - das ist von der Parteispitze in Berlin oder im Bund immer wieder zu hören.
Neu ist die innerparteiliche Auseinandersetzung nicht: Im Oktober 2024 traten fünf prominente Berliner Parteimitglieder aus der Linken aus, darunter der ehemalige Landeschef und Kultursenator Klaus Lederer und die Ex-Sozialsenatorin Elke Breitenbach. Im Streit darum, linken Antisemitismus zu benennen und zu bekämpfen. Unvereinbare Positionen hätten sich in der Berliner Linken verfestigt, eine sachliche Klärung sei nicht möglich.
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