Jalta 2.0: Teilen USA, China und Russland jetzt die Ukraine auf? | Possoch klärt | BR24

Jetzt also doch: China bringt ein mögliches Dreiertreffen von Trump, Putin und Xi ins Gespräch. Die Idee kam von Putin, stieß aber auch wenig Begeisterung: China hatte kein Interesse – auf Augenhöhe sehe man sich nur mit den USA – und Trump wollte lieber über nukleare Abrüstung reden. Entscheiden jetzt doch nahezu beiläufig zwei Großmächte und Russland über das Schicksal Europas in Shenzhen? Dort könnten die drei Staatschefs im November zusammenkommen. Manchen schwant die Erinnerung an Jalta: Auf der Krim hatten die Großmächte 1945 die Welt in Machtbereiche aufgeteilt. Droht jetzt Jalta 2.0? Und wenn ja: Ziehen die Ukraine und Europa bei möglichen Absprachen den Kürzeren? Possoch klärt mit Gerhard Mangott, Thomas Jäger und Frank Sieren.

INHALT
00:00 Trump, Xi, Putin: Zwei Großmächte – und Russland
02:29 Gibt’s das Treffen, gewinnt Putin
07:27 Russland und USA sind klar – aber was hätte China davon?
11:26 Das Ende Europas?

Kommt es tatsächlich zu trilateralen Gesprächen zwischen Russland, den USA und China? Nach und nach scheinen sich etwaige Hinweise zu verdichten, dass es zu solchen Gesprächen kommen soll. Mutmaßlich könnte es inhaltlich auch um Bedingungen eines möglichen Kriegsausgangs in der Ukraine gehen. Wer bei diesen Gesprächen – Stand jetzt – nicht mit am Tisch sitzen wird: Die Ukraine und Europa.

Die Idee zu dem Treffen in dieser Konstellation stammt von Putin. Es könnte am Rande des APEC-Gipfels im chinesischen Shenzhen stattfinden: Dort sollen Wladimir Putin, Donald Trump und Xi Jingping nach aktuellem Stand sowieso teilnehmen. Sollte es zu einem solchen Treffen ohne Beisein einer ukrainischen Interessenvertretung kommen, fürchtet Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Neuauflage von Jalta – ein Jalta 2.0.

In Jalta auf der Halbinsel Krim verhandelten die „Großen Drei“ 1945 über die Neuordnung Europas und die Aufteilung Deutschlands nach dem Absehbaren Ende des Zweiten Weltkrieges. Befürchtet wird, dass die drei Großmächte Vereinbarungen zulasten Kiews treffen könnten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt vor einer "Neuaufteilung der Einflusssphären" gewarnt.

Trump hatte bereits signalisiert zu einem Dreiertreffen bereit zu sein – er wollte laut eigener Aussage allerdings über Denuklearisierung sprechen. Xi hingegen hatte erst Ende Oktober beim Treffen mit Deutschlands Bundespräsidenten Frak-Walter Steinmeier betont kein Interesse an einem Ukraine-Gipfel zu haben: die Ukraine sei ein europäisches Problem. Nicht mal eine Woche später folgt nun offenbar die Kehrtwende: China führt nach eigenen Angaben Gespräche mit Russland und den USA über ein mögliches baldiges Treffen ihrer Staatschefs.

Weiterführende Links:
https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-10/hannah-notte-russland-putin-ukraine-krieg-europa
https://www.swr.de/swraktuell-radio/trump-ukraine-putin-verhandlungen-krieg-100.html
https://www.tagesspiegel.de/internationales/nicht-verhandelbar-selenskyj-zieht-rote-linien-vor-ukraine-gipfel-in-abu-dhabi-16201573.html
https://www.tagesspiegel.de/internationales/nicht-verhandelbar-selenskyj-zieht-rote-linien-vor-ukraine-gipfel-in-abu-dhabi-16201573.html
https://www.spiegel.de/ausland/donald-trump-offen-fuer-dreier-treffen-mit-wladimir-putin-und-xi-jinping-zu-nuklearer-abruestung-a-5fd8359c-db4e-4162-bcdf-b90d45a67726
https://www.tagesspiegel.de/internationales/selenskyj-gegen-telefonat-mit-putin-ich-musste-mir-eine-weitere-geschichtsstunde-des-russischen-staatschefs-anhoren-16239565.html

Presenter: Dominic Possoch
Videoproduktion: Tim Hanke-Zilles, Daniel Egger
Grafik: Anna Hunger, Maxi Schumann
Recherche und Text: Anna Feininger, Dominic Possoch
Redaktion BR24: Jürgen P. Lang, Mike Lingenfelser
© BR24

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