Warum Ökonom Achim Wambach optimistisch ist – und trotzdem Reformen fordert | Zur Sache! Intensiv
Wie kommt Deutschlands Wirtschaft aus der Krise – und wie können notwendige Reformen gerecht sein? Ökonom Achim Wambach, Präsident des ZEW Mannheim, ist trotz schwacher Wirtschaft optimistisch. Gleichzeitig fordert er Reformen bei Rente, Steuern, Sozialabgaben und Bürokratie – und eine gerechtere Erbschaftsteuer.Bei „Zur Sache! intensiv“ spricht Wambach mit Alexandra Gondorf und Henning Otte darüber, warum Deutschland aus seiner Sicht trotz der wirtschaftlich schwierigen Jahre Grund zum Optimismus hat. Seit dem Jahr 2000 seien die Menschen in Deutschland pro Kopf um rund 25 Prozent wohlhabender geworden. Gleichzeitig erklärt er, warum sich mehr Arbeit für viele Menschen finanziell zu wenig lohne, weshalb er statt eines festen Renteneintrittsalters ein flexibles „Rentenfenster“ vorschlägt und welche Reformen Deutschland jetzt braucht.
Dabei geht es auch um die Frage, wer die Lasten von Reformen tragen soll. Wambach sieht insbesondere bei den Vermögen große Unterschiede und spricht sich für eine Reform der Erbschaftsteuer aus: weniger Ausnahmen, dafür niedrigere Steuersätze. Große Erbschaften sollten sich seiner Ansicht nach nicht vollständig der Besteuerung entziehen können.
Auch Friedrich Merz und die Erwartungen an die Bundesregierung sind Thema: Braucht Deutschland einen radikalen Reformkurs? Wambach warnt vor der Vorstellung, ein einzelner „starker Mann“ könne die wirtschaftlichen Probleme lösen – und sagt: „Wir können nicht mit der Kettensäge in Deutschland arbeiten.“
Achim Wambach ist nicht nur Ökonom, sondern auch promovierter Physiker und Mitglied des Deutschen Ethikrats. Deshalb sprechen die drei auch darüber, wo wirtschaftliche Logik an ihre Grenzen kommt: Lässt sich der Nutzen medizinischer Behandlungen berechnen? Was macht eine Gesellschaft gerecht? Und was passiert, wenn neue Technologien direkt in unser Gehirn eingreifen?
Persönlich erzählt Wambach, wie er als Junge aus Köln-Ehrenfeld über Mathematik, Physik und Quarks zur Ökonomie kam, warum Geld für ihn nie der entscheidende Antrieb war – und weshalb selbst ein Homo oeconomicus sich verlieben kann.
00:00 Intro: 25 Prozent reicher – und trotzdem Krise?
00:27 Kann ein Ökonom irrational sein?
03:00 Von Köln-Ehrenfeld über Quarks zur Ökonomie
06:00 Markt, Wettbewerb und die soziale Frage
10:19 Schnellrunde: Reformen, Reiche, Arbeit und Schulden
11:03 Warum Wambach an Deutschland glaubt
15:03 Bürokratie: Warum schaffen wir sie nicht einfach ab?
18:36 Arbeiten wir wirklich zu wenig?
20:20 Rente mit 70? Wambachs Alternative
22:49 Wie viel Sozialstaat können wir uns leisten?
25:48 Merz, Reformen und der Ruf nach einem starken Mann
31:07 Fakt oder Fake?
32:01 Kann man eine gerechte Gesellschaft berechnen?
34:31 Wo Zahlen und Ökonomie an ihre Grenzen kommen
36:45 Erbschaftsteuer: Müssen Vermögende mehr beitragen?
40:08 Warum Wambach trotzdem optimistisch bleibt
41:08 Schlussrunde: Reformen, Verzicht und Gerechtigkeit
Die Journalisten Alexandra Gondorf und Henning Otte laden wöchentlich ein zum „intensiven“ Gespräch über Politik und Persönliches in lockerer Atmosphäre. Ob‘s Politiker, Promis oder andere Persönlichkeiten sind – nach der Getränkewahl geht’s unseren Hosts darum, den Menschen hinter der prominenten Fassade kennenzulernen.
„Zur Sache! intensiv“ ist ein Video-Podcast des SWR. Der Gast der jeweiligen Sendung war zuvor auch immer Teil des wöchentlichen gesellschaftlichen Talk-Magazins „Zur Sache! Baden-Württemberg“ im SWR. Alle Sendungen von „Zur Sache! Baden-Württemberg“ findet ihr auch in der Mediathek:
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