Sind die Politiker verrückt – oder was steckt dahinter?
Die Welt der Eliten weicht oftmals dramatisch von der Lebenswirklichkeit der restlichen Menschen ab. Ich beschreibe hier 8 Effekte, die Politiker und Chefs zu Entscheidungen bringen, die der Rest von uns nur noch absurd finden kann.►Zum Kurs über spieltheoretisches Verhandeln:
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- Fundierung
Principal-Agent-Informationsasymmetrie: Die Führungsebene (Principal) und sein Beraterstab (Agent) haben unterschiedliche Zielfunktionen. Der Agent betreibt strategisches Agenda-Setting. Die Informationsfilterung ist mathematisch zwingend, da der Agent seinen Output auf die Präferenzen des Principals optimiert, um den eigenen Status zu sichern. Der Principal mutiert zum blinden Information-Taker.
Signaling und asymmetrische Kostenexternalisierung: "Luxury Beliefs" operieren als elitäre Signaling-Spiele (nach Spence). Der Sender sendet ein kostspieliges Signal zur Statusmarkierung. Die funktionale Besonderheit: Der Großteil der Kosten des Signals wird auf eine Out-Group externalisiert. Das Signal bleibt für den Sender billig, erzwingt aber soziale Barrieren, weil das gleiche Signal für die Out-Group teuer wäre.
Bayesianisches Updating-Vakuum: Die Sanktionierung kritischer Stimmen als Heckenschützen zerstört den iterativen Lernprozess. Die A-priori-Wahrscheinlichkeiten des Entscheiders werden nicht mehr durch negativen Feedback-Input korrigiert. Das System konvergiert in einen absorbierenden Zustand vollkommener Fehlerwartung.
Target Substitution (Zielverschiebung): Ein Mechanismus der kognitiven Dissonanzreduktion. Bei Nichterreichbarkeit des Primärziels erfolgt eine Präferenzanpassung. Das formale Modell der Nutzenmaximierung bleibt intakt, lediglich die Variablen der Zielfunktion werden ex post ausgetauscht.
- Strategische Paradoxien
Eskalation des Commitments (Dollar-Auktion): Initiale strategische Fehlentscheidungen erzwingen Folgeinvestitionen. Akteure eskalieren ihr Verhalten (z.B. Parteien nach Wahlniederlagen) nicht aus Irrationalität, sondern weil sie andernfalls für die bereits versenkten Kosten (Sunk Costs) abgestraft würden.
Ikarus-Paradoxon: Vergangener Erfolg (z.B. historische Feldherren) kann zukünftiges Scheitern begünstigen, wenn das Verhalten erstarrt. Exogene Schocks (Technologie- oder Milieuwechsel) treffen auf ein erstarrtes Verhaltensrepertoire.
Abilene-Paradoxon: Die Homophilie der Gruppe erzeugt kollektive Entscheidungen, die den individuellen Präferenzen aller Gruppenmitglieder widersprechen können. Die Antizipation einer vermeintlichen Gruppennorm führt zur vollständigen Präferenzverfälschung.
- Transferleistung
Zieldomäne: Machine Learning (Künstliche Intelligenz).
Die isolierte Führungselite operiert strukturgleich wie ein neuronales Netz mit massivem Overfitting. Das Modell wird ausschließlich mit stark verzerrten, homogenen Trainingsdaten (gefilterter Input des Hofstaats, elitäre Bubbles) kalibriert. Innerhalb dieser Trainingsumgebung sinkt die Fehlerquote auf Null; das System bestätigt sich selbst. Bei Konfrontation mit echten, verrauschten Testdaten (Wahlen, freie Märkte) gilt das Erlernte aber nicht mehr. Das Fehlen von Regularisierungsmechanismen (kritische Diskurse) führt zu einem unbrauchbaren Modell.
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#profriek #politik #deutschland
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