Boris Palmer und Dietmar Bartsch über das Ergebnis der Wahl in Baden-Württemberg | maischberger

Welche Folgen hat das Ergebnis der Landtagswahl in Baden-Württemberg für die Bundesregierung? Bei maischberger diskutieren Dietmar Bartsch (Die Linke) und Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer.

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Dietmar Bartsch äußert sich kritisch über Manuel Hagel (CDU), den er als "keinen guten Kandidaten" bezeichnet, und stimmt der Einschätzung van Akens zu, der Hagel eine „Pfeife“ nannte. Die CDU kritisiert der Linken-Politiker für ihre Selbstsicherheit und das Fehlen inhaltlicher Debatten im Wahlkampf, der sich stattdessen auf die Personalisierung konzentriert habe.

Boris Palmer weist die Vorwürfe einer Schmutzkampagne gegen die Grünen zurück, da die Kritik an Hagel inhaltlich berechtigt gewesen sei. Er betont, die Grünen in Baden-Württemberg würden eine realpolitische Linie verfolgen, die auf Erfolg abziele und nicht auf Belehrung. Auf die Frage, ob Cem Özdemir seine grünen Ideale versteckt habe, um gewählt zu werden, antwortet Palmer: „Der hat ja gesagt: ‚Ich bin ein Baden-Württemberg-Grüner‘ und hat es definiert, dass das was anderes ist.“

Dietmar Bartsch hingegen sagt, Özdemir habe Inhalte „rückschrauben“ müssen, um das Wahlergebnis zu erzielen, etwa beim Thema Verbrenner-Aus, das im „Land der Autoindustrie“ eine ideologische Diskussion sei, oder beim Heizungsgesetz. Er glaubt, dass es mit einer weiteren grün-schwarze Landesregierung keine großen Veränderungen geben werde: „Ich glaube, es wird im Kern so weitergehen. Der Ministerpräsident hat jetzt einen anderen Namen.“

Palmer drängt nun auf eine schnelle Koalitionsbildung: „Wir brauchen die CDU, um dieses Land wirtschaftlich wieder nach vorne zu bringen. Die können sich jetzt nicht in ihrer verständlichen Wut zurückziehen.“ Sein Appell: Grüne und CDU müssten miteinander verhandeln. „Jetzt geht es darum, dass wir die wieder herholen an den Tisch. Es geht um unser Land“, so Palmer. Er verweist auch auf die Landesverfassung Baden-Württembergs: „Da steht drin: Wenn es nach 60 Tagen keine Regierung gibt, ist der Landtag automatisch aufgelöst.“

Zu seinen möglichen Ambitionen auf ein Ministeramt unter Wahlsieger Cem Özdemir will Palmer sich nicht äußern: „Ich will die Frage einfach gar nicht beantworten.“ Auch einen möglichen Wiedereintritt bei den Grünen will er nicht kommentieren, zeigt sich aber offen für ein Gespräch mit Grünen-Parteichef Felix Banaszak. „Ich habe noch nie mit ihm gesprochen. Ich kenne den nur aus dem Fernsehen. Wenn er mich einmal kennenlernen möchte, um zu wissen, wie ich wirklich ticke, dann lade ich den ein in die Stadt Tübingen“, so Palmer. Banaszak hatte sich zuvor skeptisch über einen möglichen Wiedereintritt Palmers in die Partei geäußert.

Mit Blick auf mögliche Maßnahmen gegen die steigenden Benzinpreise infolge des Kriegs in Nahost lehnt Palmer eine mögliche Preisbremse ab: „Die Illusion, der Staat könnte alle Risiken abfedern, ist falsch.“ Dietmar Bartsch fordert hingegen eine Übergewinnsteuer und kritisiert: „Ich finde das unsäglich, dass in dieser Situation große Konzerne Milliardengewinne scheffeln.“

Die Sendung vom 10.03.2026 in der Mediathek:
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Alle Sendungen in der ARD-Mediathek:
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Außerdem zu Gast waren:

Florence Gaub (Militär- und Sicherheitsexpertin)
Hubertus Meyer-Burckhardt (Moderator und TV-Produzent)
Julie Kurz (ARD)
Helene Bubrowski (Table.Briefings)

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