Störung bei der Deutschen Bahn: Suche nach Ursache läuft
Nach mehrstündiger Störung ist der Zugverkehr am frühen Mittwochmorgen wieder angelaufen. Durchsagen und Anzeigetafeln auf Bahnhöfen informierten darüber, dass die IT-Störung behoben sei. Es könne aber noch zu Verspätungen und auch kurzfristigen Fahrtausfällen kommen.Vor den Informationsschaltern der Bahn hatten sich zuvor vielerorts lange Warteschlangen von Reisenden gebildet. Das Unternehmen kündigte an, Taxi- und Hotelgutscheine auszugeben sowie - falls möglich - Aufenthaltszüge zur Verfügung zu stellen.
"Wir konnten mit einem Notfallsystem die Lage stabilisieren", sagte Konzernchefin Evelyn Palla der Bild. Deshalb "fahren nun alle Züge wieder". Die Ursache für das Problem "müssen wir jetzt klären", fügte sie hinzu. Verantwortlich für die bundesweite Einstellung des Zugverkehrs war ein Problem im digitalen Bahnfunk GSMR. Dabei handelt es sich um ein zentrales Kommunikationsmittel zwischen den Lokführern im Zug und den Fahrdienstleitern. Fällt diese Kommunikation großflächig aus oder ist sie nicht zuverlässig verfügbar, kann der Verkehr aus Sicherheitsgründen nicht regulär fortgesetzt werden.
Auch der S-Bahn-Verkehr rollt nach dem bundesweiten Stillstand wieder an. In Berlin wurde aber mitgeteilt, dass es auf den Linien "noch zu Verspätungen und Zugausfällen" kommen könne. Auf dem S-Bahn-Ring fuhren die ersten Züge wieder.
Inzwischen forderte der Verband der privaten Güterbahnen eine genaue Aufarbeitung der Störung. Die Ursache dürfe "nicht allein durch eine 'Selbstauskunft' der DB InfraGo als Betreiberin beantwortet werden", sagte Verbandsgeschäftsführer Peter Westenberger der Nachrichtenagentur dpa. Die privaten Güterbahnen konkurrieren mit der Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn - DB Cargo.
Westenberger forderte eine bessere Überwachung und Steuerung des Schieneninfrastrukturbetriebs. Seiner Darstellung nach war der Zeitpunkt der Störung folgenreich. "Da der Güterverkehr zu einem erheblichen Teil in den Nachtstunden unterwegs ist, sind die Beeinträchtigungen durch den Shutdown auch sehr hoch", sagte Westenberger.
Der Verkehr der Deutschen Bahn und Privatbahnen wie der Gesellschaft Metronom war am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr bundesweit eingestellt worden.
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