Kommt die Bahnsanierung voran? Bundesverkehrsminister Steffen Bilger im Gespräch | maischberger
Zwischen Klimawandel und maroder Infrastruktur: Was plant der neue Verkehrsminister?💻 maischberger in der ARD-Mediathek:
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Er habe den Wechsel ins Verkehrsministerium im Zuge von Merz‘ Kabinettsumbildung gelassen aufgenommen, sagt der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger im Gespräch mit Sandra Maischberger. Die Umstände des Ministerwechsels bezeichnet er als „nicht rund“, er wolle den Blick nun aber nach vorn richten. Für seine Amtszeit sieht Bilger vor allem die Aufgabe, die erheblichen zusätzlichen Mittel für die Infrastruktur tatsächlich in Projekte zu überführen. Der Bund stelle so viel Geld wie noch nie bereit, nun müsse die Umsetzung deutlich schneller werden. Deutschland habe bei den Investitionen in die Schiene zu lange nicht genug getan; neben fehlenden finanziellen Mitteln seien vor allem langsame Planungs- und Umsetzungsverfahren ein Problem gewesen, erklärt Bilger.
Beim Zustand der Bahn sieht Bilger erheblichen Handlungsbedarf, er habe bereits mit Bahnchefin Palla über die Defizite gesprochen. Korridorsanierungen seien grundsätzlich sinnvoll, müssten danach aber auch zu messbaren Verbesserungen führen, betont der CDU-Politiker: Dass nach einer monatelangen Sperrung der Strecke Hamburg–Berlin zunächst nur ein Viertel der Züge pünktlich gewesen sei, sei „absolut nicht in Ordnung“. Auch bei der Vergütung von Bahnmanagern müsse sich aus seiner Sicht etwas ändern: Wer Ziele erreiche, könne Boni bekommen, bei verfehlten Zielen müsse dies aber Auswirkungen auf die zusätzliche Vergütung haben. Die Digitalisierung hält Bilger für eine große Chance, allerdings müsse es während einer Übergangszeit teilweise noch analoge und digitale Technik parallel geben.
Eine neue Pkw-Maut will Bilger derzeit nicht anstoßen. Das Vorhaben stehe nicht im Koalitionsvertrag und gehöre nicht zu seinem aktuellen Auftrag; die frühere Maut sei zudem europarechtswidrig gewesen und habe die Debatte in Deutschland „ein Stück weit verbrannt“. Bilger sagt: „Mein Auftrag ist, diese vielen Milliarden aus dem Sondervermögen in die Umsetzung zu bringen.“ Beim Klimaschutz im Verkehr setze er auf Elektromobilität, alternative Antriebe und die Schiene. Wasserstraßen wolle er so ausbauen, dass sie auch bei Niedrigwasser besser genutzt werden könnten, einschließlich ökologischen Ausgleichs und Hochwasserschutz. Ein generelles Tempolimit von 130 strebe er nicht an; variable Geschwindigkeitsregelungen seien aus seiner Sicht die intelligentere Lösung. Dass der Verkehrssektor beim Klimaschutz weiter das Sorgenkind sei, dürfe „nicht so bleiben“.
Die Sendung vom 19.08.2026 in der Mediathek:
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Außerdem zu Gast waren:
Susanne Petersohn (ARD-Studio Kiew)
Anna Elsbernd (Universal Aid Ukraine)
Theo Koll (Journalist und Moderator)
Kristina Dunz (Redaktionsnetzwerk Deutschland)
Anna Lehmann (taz)
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